FREITAG DEN 15. MÄRZ 2019

Gut Imkern im angepassten Brutraum
Tageslehrgang
10 bis 17 Uhr, Kursgebühr 120 €

Anmeldung unter: www.armbruster-imkerschule.de

Imkern und Bienen halten ist vielfältig und auf viele Arten möglich. Das Kursangebot der Prof. Ludwig Armbruster Imkerschule richtet sich an Neuimker und Fortgeschrittene, die ihre Bienen mit möglichst wenig Eingriffen gesund und leistungsstark halten möchten.

"Gut imkern ist nicht einfach. Aber aus einem einfachen Imkern kann sich Imkerkunst entwickeln, wenn wir auf die Lebensbedingungen des Bien achten und unsere Arbeit am Wohl der Bienen ausrichten.“

Bienenhaltung, wie wir sie verstehen, ist eine Kulturleistung mit wenigen aber wirkungsvollen pflegerischen Eingriffen in das Leben des Bienenvolks. Schwärme, die sich im Frühjahr in Höhlen und Nischen einquartieren, haben meist nur eine sehr begrenzte Lebensdauer. Meistens überleben sie den kommenden Winter nicht. Sowohl die fehlenden Winterreserven als auch der Varroafaktor sorgen für ein Versterben der Bienen. Was im Frühjahr und Sommer tierfreundlich aussieht, ist ohne das weitere Eingreifen des Imkers in Wirklichkeit ein Aufs-Spiel-setzen des Lebens der Schwarmvölker.

Wir meinen, dass ein aussagestarker Indikator für eine bienengerechte und tierfreundliche Haltung der Honigertrag ist. Bienen, die keinen oder nur einen geringen Honigertrag einbringen, sind in einer so ungünstigen Kiste untergebracht oder so schlechten Lebensbedingungen ausgesetzt, dass sie all ihre Energie für die Aufrechterhaltung der eigenen Lebensbedürfnisse aufwenden müssen. Bienenvölker, die einen Honigüberschuss erzeugen, sind gesund, lebensstark und so vorteilhaft einquartiert, dass sie mit weniger Energie all ihre Lebensvorgänge befriedigen können und Honig zur Abgabe an den Imker übrig bleibt.

Imkerliche Eingriffe spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit der Völker. Im Angepassten Brutraum bekommen die Bienenvölker im zentralen Lebensbereich– dem Brutnest – so viel Platz, wie die Königin für die volle Entfaltung der  Legeleistung und Lebenskraft benötigt. Dieser Platz ist vor Zugluft geschützt und zum Teil zusätzlich isoliert, um  Wärmeverluste zu minimieren. Denn das Bienenvolk benötigt während der Brutsaison durchschnittlich 37° Celsius im Brut-
nestbereich, um gesund und lebensfähig zu sein. Wir kommen den Bienen mit der Anpassung des Brutraumes und einer geeigneten Bienenwohnung entgegen.

Die Bienenwohnung soll aber nicht nur gut für die Bienen, sondern auch gut für den Imker sein. Wenige Handgriffe sollen  genügen, um Erweiterungen und Kontrollen des Brutraumes zu ermöglichen. Geteilte Bruträume, jegliches Kippen, Schröpfen von Brutwaben oder sonstige fragwürdigen Werkeleien am Bienenvolk gehören für jeden Imker, der im Angepassten Brutraum imkert, der Vergangenheit an.

Moderne Technik macht es möglich: Mit Wärmebildkameras lässt sich das Innenleben der Bienenvölker neu entdecken. Wir werden umdenken müssen. Hinterfragen wir die letzten dreißig Jahre, in denen uns im deutschsprachigen Raum ein  pseudowissenschaftliches mechanistisches Veständnis über unsere Bienen vermittelt wurde – mit desaströsen Folgen für
das Nieveau des Imkerns insgesamt.

Wir werden uns auf das Erfahrungswissen unserer großen Imkerväter zurückbesinnen. »Die Wärme istdas Lebenselement des Bien« (Ferdinand Gerstung).